Infos (Keramik/Ton)

Was ich über Ton und Keramik erfahren habe...


Hier findet ihr eine unvollständige Sammlung von Laienwissen zum Thema "Ton und Keramik". Ich habe im Sommer 2016 begonnen, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen, da ich in unserem Familienurlaub an einem "Töpferabend" teilgenommen habe und unwahrscheinlich viel Spaß am Modellieren mit Ton hatte.
10 kg Ton gekauft – Glasuren gekauft – losgelegt...



Glasur

Glasuren werden auf die Oberfläche von Keramikgegenständen aufgetragen und durch den Brennvorgang werden diese veredelt. Die zuvor offenporigen Scherben werden damit wasserundurchlässig. Es bildet sich eine kristaline Schicht.
Glasuren kann man als Flüssigglasuren oder Pulverglasuren kaufen. Letztere werden mit Wasser und ggf. weiteren Zusätzen angemischt. Sie können farbig oder transparent sein und auch besondere Effekte hervorbringen. Viele Glasuren verändern während des Brennvorgangs ihre Farbe.


Glasurbrand

Der Glasurbrand (auch Zweitbrand oder Glattbrand) richtet sich in seiner Brenntemperatur nach der verwendeten Glasur. Bei Steingutglasuren liegt diese meist bei 960 bis 1040 °C. Beim Glasurbrand ist es besonders wichtig, dass die glasierten Bereiche der Scherben keinen Kontakt zur Bodenplatte oder zu anderen Werkstücken und somit Abstand zu allen Seiten (ca 2 cm) haben. Um dies auch gewährleisten zu können, wenn das komplette Werkstück glasiert ist und um herablaufenden Glasuren entgegezuwirken, stellt man die glasierten Scherben auf sogenannte "Füßchen" (nach unten geben die Füßchen den Abstand vor). Beim Glasurbrand schmelzen die aufgetagenen Glasuren und verbinden sich mit dem Werkstück. Da dieses kaum noch Wasser enthält, kann der Ofen beim Glasurbrand schnell aufgeheizt werden. Die geschmolzene Glasur bildet eine Glasschicht.

Manganspinell

Manganspinell (auch Galaxit) ist ein seltenes Mineral, welches beim Töpfern zum Einfärben der Keramik genutzt werden kann. Das Pulver wird im Verhältnis 10/90 mit Wasser gemischt und mit einem Pinsel auf die Scherben aufgetragen. Tolle Effekte erreicht man, wenn man die Scherben anschließend unter fließendem Wasser mit einem Schwamm abreibt. die Farbe bleibt in den Vertiefungen haften und lässt sich von den glatten Stellen leicht abreiben. Nach dem einfärben werden die Scherben bis 1000-1000 °C gebrannt.

Schamotte

Wenn man bei Tonmassen von schamottehaltigem Ton spricht, bedeutet dies, dass in der Tonmasse gebrannter Ton gemischt ist. Man merkt es oft daran, dass die Masse körniger wird und sich nicht mehr so weich anfühlt. Die Beimischung von Schamotte führt dazu, dass die Schwindung der Scherben beim Brand reduziert wird. Weiterhin kann man schamottehaltigen Ton auch dicker brennen als herkömmlichen Ton. Auch die Feuerstandsfestigkeit wird verbessert.

Scherben

Durch den 1. Brand einer Tonmasse – den sogenannten Schrühbrand – erfährt diese eine chemische Umwandlung und wird zum Scherben (Fachsprache). Die Umwandlung beginnt in der Regel bei etwa 650 °C. Frostfest sind die Scherben bei Brenntemperaturen unter 1000 °C noch nicht. Frostfest bedeutet, dass sie fast kein Wasser mehr aufnehmen und somit annährend wasserundurchlässig sind. Wann sie wirklich frostfest werden, hängt aber auch von der verwendeten Tonmasse ab.

Schrühbrand

Schrühbrand nennt man den 1. Brand, bei dem die rohe, zuvor getrocknete Tonmasse (der Grünkörper) gebrannt wird. Nach dem Schrühbrand, ist der entstandene Scherben nicht mehr durch Wasser oder andere Flüssigkeiten zu lösen und formstabil. Die Temperatur des Schrühbrandes liegt in der Regel bei etwa 800 bis 1000 °C. Beim Schrühbrand wird der Ofen langsam aufgeheizt, um die Wahrscheinlichkeit von Abplatzungen an den Werkstücken oder gar komplettes Zerspringen zu vermeiden.
Andere Begriffe für den Schrühbrand: Rohbrand oder Vorbrand

Tonschlicker

Tonschlicker ist ein Gemisch aus Wasser und Ton und dient zum Verbinden einzelner Ton-Elemente – sozusagen als Kleber oder Bindemittel (Beispiel: Kanne und Henkel). Zudem wird er genutzt, um ihn auf dem Werkstück zu verstreichen, um eine glatte Oberfläche zu erhalten. Der Tonschlicker kann sehr flüssig oder auch eher breiig sein, je nach dem Verhältnis von Ton und Wasser.
Tonschlicker ist ganz einfach herzustellen, indem man Ton in Wasser ansetzt. dieser löst sich nach einiger Zeit. Umrühren – fertig!
Tipp: Die beiden zu verbindenden Flächen sollten angeraut werden, bevor sie mit dem Schlicker bestrichen und anschließend verbunden werden. So ist eine bessere Haftung gewährleistet.


Diese Liste wird von mir stets erweitert und aktualisiert.

Viel Spaß beim Ausprobieren, Werken, Gestalten, Glasieren und Brennen!

Christian